Wie ticken Redakteure?

In der PR und Unternehmenskommunikation hat man zwangsläufig immer mit Redakteuren zu tun. Schließlich sind sie es, die darüber entscheiden, ob eine Pressemitteilung veröffentlicht wird, als Aufhänger zur weiteren Recherche dient oder im Papiereimer verschwindet. Darum schauen wir uns heute mal die Spezies „Redakteur“ genauer an.

Wie wird man Redakteur?

Um Redakteur zu werden, durchlaufen die allermeisten ein zweijähriges Volontariat in einer Redaktion oder besuchen eine Journalisten-Schule. Dabei handelt es sich im Prinzip um die Lehrzeit des Redakteurs. Davor habe die meisten Redakteure studiert. Und zwar die unterschiedlichsten Fächer. Von A wie Architektur bis Z wie Zentralasien-Studien kann alles dabei sein. Redakteure bringen also ein höchst unterschiedliches Fachwissen mit, was Redaktionen natürlich zu Gute kommt. Ein Redakteur mit Architektur-Studium ist für architektonische Fachzeitschriften natürlich ein Glückstreffer. Aber auch bei den großen Tageszeitungen und Magazinen gibt es entsprechende Ressorts, in denen häufig Fachmänner und -frauen sitzen.

Darum immer vorsichtig sein, wenn man einem Redakteur mangelndes Fachwissen vorwirft. Gerade in spezialisierten Redaktionen ist er mit höchster Wahrscheinlichkeit vom Fach und weiß sehr genau, worüber er schreibt.

Arbeitsalltag eines Redakteurs

Ein Redakteur, der gerade keinen Dienst am Newsdesk oder dergleichen verrichtet, startet seinen Arbeitstag nicht zu früh. Zwischen 9 und 11 Uhr ist in den meisten Redaktionen Arbeitsbeginn. Das hört sich für jeden Büro-Menschen recht spät an, aber Redakteure haben auch keinen Feierabend um 16 Uhr, sondern es geht oft bis spät in die Nacht. Grund hierfür ist die Nachrichtenlage.

Nachrichten gibt es rund um die Uhr. Darum sind Zeitungsredaktionen oft bis kurz vor Druckbeginn besetzt, um möglichst aktuelle Nachrichten in ihrem Medium unterzubringen.

Wann ist die richtige Uhrzeit für Pressetermine?

Der Redakteur ist also per se kein Frühaufsteher. Sollten Sie einen Pressetermin bei Ihnen im Unternehmen planen, dann denken Sie daran. Termine ab 10 Uhr werden mit mehr Begeisterung und Motivation besucht als Termine um 8 Uhr. Das Ergebnis – also Ihr Pressebericht in der jeweiligen Zeitung – sollte Sie als Unternehmer zu einem späteren Start bewegen.

Außerdem ist häufig zu beobachten, dass gerade Termine am frühen Morgen oft von Praktikanten, Volontären oder freien Mitarbeitern besetzt werden. Gerade weil es noch so früh ist. Wenn Sie also wert darauf legen, dass ein Redakteur sich mit ihrem Termin beschäftigt, dann denken Sie an seine Arbeitszeiten.

Nachmittags sind Pressetermine übrigens auch eher ungünstig. Um den Text noch für die aktuelle Ausgabe fertig zu bekommen, muss der Redakteur ordentlich in die Tasten hauen. Das mag nicht jeder Schreiber, wenn er unter Druck und mit zu wenig Recherche-Zeit schreiben muss. Darunter kann dann schonmal die Qualität des Artikels leiden.

Eigenheiten von Redakteuren

Sie sehen, es ist schon ein Kunst für sich, eine passende Uhrzeit für eine Pressetermin zu finden. Dazu kommt noch, dass Redakteure ein kunterbuntes Völkchen sind, gerade weil Sie aus unterschiedlichen Fachgebieten kommen.

Der Viel-Telefonierer

Der Viel-Telefonierer hängt ständig am Telefon. Er verlässt sein Büro nur ungern, weil er dann weit weg von seinem Telefonapparat wäre. Sein Ohr zur Welt. Als Viel-Telefonierer ist er sehr gut vernetzt und weiß über alles Bescheid. Auf Terminen ist er sehr gesellig und netzwerkt. Telefonnummern zu allen Entscheidungsträgern stehen in seinem Notizbuch. Sorgen Sie dafür, dass auch Ihre Telefonnummer dazu gehört.

Der Telefon-Verweigerer

Das Gegenteil zum Viel-Telefonierer ist der Telefon-Verweigerer. Er schreibt am liebsten Mails und recherchiert im Internet. Auch in der freien Wildbahn tritt er eher introvertiert und zurückhaltend auf. Dafür ist er ein hervorragender Beobachter und erkennt oft recht schnell die Geschichte hinter der Geschichte. Er arbeitet sehr analytisch und beisst sich gerne an Themen fest.

Der Chaotische

Der Chaotische ist als solches auf Terminen sehr gut zu erkennen. Er hat oft zerzauste Haare, irgendwo hängt ein Hemd-Zipfel raus und seine Unterlagen sind schlecht sortiert. Er ist ein kreativer Kopf, der hin und wieder Dinge verlegt. Oder in seinem Haufen-Ablage-System nicht mehr findet. Hier macht es Sinn, Ihm Kontaktdaten und wichtige Unterlagen ruhig ein zweites und drittes Mal nach einem Termin auf verschiedenen Wegen zukommen zu lassen.

Der Chef

Den Chef wollen immer alle auf Ihrem Pressetermin haben. Immerhin ist er der Chef. Dabei ist das oft gar keinen so gute Idee. Im Redaktionsalltag ist er meist mit organisatorischen und bürokratischen Themen beschäftigt. Das Tagesgeschehen bekommt er oft nur am Rande und bei Redaktionssitzungen mit. Die zweite Wahl ist oftmals die bessere Wahl.

Die Redaktionssekretärin

Nicht zu vergessen – auch in ihrer Macht – sind die Redaktionssekretärinnen. Es gibt zwei Arten von Redaktionssekretärinnen:

  1. Redaktionssekretärinnen die einer verwalterischen und organisatorischen Tätigkeiten nachgehen. Sie greifen nicht direkt ins Tagesgeschehen von Redaktionen ein, sondern arbeiten unterstützend.
  2. Redaktionssekretärinnen die als Gate-Keeper arbeiten. Also eingehende Nachrichten und Briefe schon filtern, bevor Sie bei den Redakteuren aufschlagen. Diese Damen haben mehr Macht, als ihre Berufsbezeichnung vermuten lässt. Ähnlich wie die Vorzimmerdamen von Vorstandsvorsitzenden.

Wie ticken Redakteure?

Wie ticken nun Redakteure? Schwierig zu beantworten, weil Sie aufgrund ihrer höchst unterschiedlichen Ausbildung nicht in eine Schublade zu stecken sind. Darum kann man Sie auch nur schwer einschätzen. Es braucht Zeit, um sie und ihre Persönlichkeit kennenzulernen. Dann klappt es auch mit der Zusammenarbeit.

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